DIE BALKANROUTE – Fluch und Segen der Jahrtausende

Cover Balkanroute1Das NEUE Buch DIE BALKANROUTE von Najem Wali ist ERSCHIENEN!

Angeregt durch die Flüchtlingsströme bereist Wali die Balkanroute und begibt sich im Gebiet zwischen der Türkei und Griechenland an die Nahtstelle zwischen Orient und Okzident. In seinem sehr persönlichen Bericht erzählt er von seinen Eindrücken, seinen Begegnungen mit Vertriebenen, Schutzsuchenden und Zurückgebliebenen und von der bewegten Geschichte der Levante, in der sich seit jeher reicher kultureller Austausch mit blutigen Vertreibungen abwechselten. (Mattes & Seitz Berlin, Reihe: punktum, 175 Seiten, September 2017)

Interviews und Besprechungen zum Buch sind nachzuhören bei SWR2, bei ORF Ö1 und im Deutschlandfunk Kultur, sowie nachzulesen im FALTER.

Im schönen Monat September war´s

Die AfD wurde in den Deutschen Bundestag gewählt. Ein Land unter Schock? Der Wille des Volkes erhört?

DER SPIEGEL befragte 24 Prominente am Tag der Wahl. Einer der Befragten war Najem Wali.

Foto: Philip Kojo Metz
Foto: Philip Kojo Metz

Najem Wali: „Wir brauchen nun keine Prognosen mehr, keine Statistiken, keine Umfragen. Das ist die Realität: Fast 13 Prozent der deutschen Wähler haben Rassisten, Hasspredigern und Nationalisten ihre Stimme gegeben.“ Sein ganzes Statement lesen Sie hier: DER SPIEGEL_Was sagen Sie zur Wahl?

Das also ist Bagdad? Echt jetzt?

Die Erfindung Bagdads
Café in Bagdad
Café Shabender in der Mutanabbi-Straße

Ein Exilant zu sein heißt: Die Fremde ist keine Heimat geworden, und die Frage nach einer Rückkehr wartet immer noch auf Antwort. „Das System Saddams ist weg“, sagt Wali, „aber die Gebäude und die Institutionen gibt es noch. Vielleicht sogar mit denselben Leuten.“

Der SPIEGEL Autor Lothar Gorris begleitete Najem Wali auf einer Reise nach Bagdad. Seinen Artikel über die Begegnung mit einer von Terror zerrissenen und verrottenden Stadt lesen Sie HIER Die Erfindung Bagdads – DER SPIEGEL

Die Erfindung Bagdads

EXIL

Seit fast 40 Jahren lebt der im Irak geborene Schriftsteller Najem Wali in Deutschland, einem Paradies von Freiheit, Wohlstand, Demokratie. Sein Herz blieb zurück in einer von Terror zerrissenen und verrottenden Stadt, die Leute braucht wie ihn.

Najem Wali mit Lothar Gorris in der Raschid-Straße
Najem Wali mit Lothar Gorris in der Raschid-Straße

Für die Deutschen ist Wali ein Iraker. Für die Iraker ein Deutscher. Er selbst beharrt darauf, ein Exilant zu sein. Die Entfernung zwischen Exil und Heimat misst sich nicht in Metern, sondern in Jahren. Von Lothar Gorris

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des SPIEGEL (Ausgabe 28/2017).

„Ich werde die Erfindung der Stadt unverdrossen fortsetzen. Mein ganzes Leben, bis zum Grab, will ich dieser Erfindung weihen, der Erfindung Bagdads.“ Najem Wali erzählt über sein Bagdad

Babel ist überall

Vom Segen und Fluch der Vielsprachigkeit. Die Geschichte vom Turmbau zu Babel könnte uns eines lehren: Die Zerstreuung der Menschheit über die Erde war ein Segen und kein Fluch. Denn je mehr wir Fremde werden, desto mehr beheimaten wir die Welt.

18403875_10155292101497453_306923947503231735_oAnlässlich des Hohenemser Kulturfestes EMSIANA hielt Najem Wali die Festrede.
Er thematisiert den Umgang mit der Vielfalt.

Die Rede erschien am 19. Mai 2017 in DIE PRESSE
Die ganze Rede finden Sie HIER: Najem Wali – Babel ist überall

Viel Zoff mit einem surrealen Präsidenten

Mit einem Dekret wollte mir Donald Trump eine Religion zuweisen, zu der ich keine Beziehung habe. Und er wollte mich auch gleich noch zu einem Terroristen machen. Die US-Justiz hat den Wahnsinn – vorerst – gestoppt.

von Najem Wali
erschienen in DIE PRESSE, 8. Februar 2017

Zum ersten Mal stelle ich nun fest, ohne dass ich es vorher wusste, dass ich angeblich Muslim und Terrorist bin. Mir wollte der neue US-Präsident nicht mehr erlauben, nach Amerika einzureisen. Ein verrückter Staatspräsident will festlegen, wer Muslim und Terrorist ist und wer nicht. Das ist der größte Witz des 21. Jahrhunderts, wenn nicht gar aller Zeiten. Die amerikanische Justiz hat den Wahnsinn – vorerst – gestoppt. Diese Woche wollte ich nach New York fliegen. Ich war spät dran, normalerweise besuche ich New York jedes Jahr im Dezember. Ich verbringe dort Neujahr und kehre Mitte Jänner wieder zurück, das ist in den letzten Jahren für mich so Tradition geworden. Letztes Mal waren ich und meine gute Freundin zwei Monate in der Stadt, ich habe dort viele Freunde: Schriftsteller, Journalisten und UNO-Angestellte. Ich erinnere mich, dass wir letztes Mal in der Wohnung der dänisch-amerikanischen Schriftstellerin Janne Teller im Viertel Little Italy bis spät in die Nacht feierten und dänischen Punsch tranken.

Literarischer Jahresrückblick in der ARD

Das Literatur-Jahr 2016: Die besten Bücher

Dezember, nasskaltes graues Wetter draußen, das Schaufenster einer Buchhandlung in Berlin Prenzlauer Berg. Genau. Es ist wieder einmal Zeit für den literarischen Jahresrückblick. Diesmal mit dem Schriftsteller Najem Wali und dem Verleger Andreas Rötzer von Matthes & Seitz Berlin befragt und begleitet von Anne Kathrin Thüringer.

Schreiben als Antwort

„Creative Writing“-Kurs im Irak mit-den-teilnehmerin-der-trainer-ist-der-einzige-mann

LESART Deutschlandradio Kultur
Najem Wali im Gespräch mit Joachim Scholl

Wali sieht die intellektuelle Kultur im Irak wachsen, und die Frauen seien daran mehr als die Männer beteiligt. Gerade ist er aus Erbil zurückgekehrt, wo er „Creative Writing“ gelehrt hat. In seinem Kurs saßen 20 Frauen, von überall her aus dem Irak anreisten. Fünf Tage, in denen Wali hauptsächlich journalistisches Schreiben mit seinen Schülerinnen übte: vom Essay bis zur Reportage. Erstaunt war er über die Themen, die sich die Frauen aussuchten: Homosexualität beispielsweise. Ein Drittel von ihnen wird vermutlich weiterschreiben, berichtete Wali im Deutschlandradio Kultur. Aber auch für die anderen sei der Besuch des Kurses nicht umsonst gewesen: Diskussionen und der Austausch untereinander hätten alle beeinflusst. Den ganzen Beitrag hören Sie HIER

Zeitenwende in den USA?

„Populismus und Demagogie haben gewonnen.“, sagt Najem Wali im Interview mit Radio Bremen. „Als ob das Volk seinen Peiniger selbst wählt.“

Das ist aber nicht neu in den USA. Das war bei Bush junior genauso, nachdem er mit Lügen einen Krieg gegen den Irak begonnen hat. Trump im Weißen Haus, das ist noch mehr Grund für mich, schöne Literatur zu schreiben. Das ist die einzige Form wie man als Mensch, der nur den Stift als Waffe hat, darauf reagieren kann. Was kann man sonst machen, außer Artikel schreiben, sich mehr engagieren und neue Kontakte zu suchen? Man darf nicht aufgeben, die liberalen Kräfte müssen sich neu formieren und eine Front gegen diesen populistischen Aufmarsch bilden. Vielleicht ist diese Wahl auch ein Weckruf. Es ist die Zeit gekommen für alle, die liberal denken, die für eine offene Welt eintreten, sich neu zu formieren. In den 80ern gab es eine starke Friedensbewegung, vielleicht ist jetzt wieder die Zeit für eine neue, starke Friedensbewegung.

„Bedeutet die Wahl von Donald Trump auch eine Zeitenwende für die Welt, für die Menschenrechte und die Demokratie?“, fragt Inken Steen in der Sendereihe Buchpiloten Najem Wali. Das ganze Interview hören Sie HIER

„Wer töten will, braucht eine Ideologie des Hasses.“

„Wer töten will, braucht eine Ideologie des Hasses“, meint Najem Wali, und diese muss nicht immer religiös motiviert sein.

Der 11. September 2001 markiert für viele Menschen eine Zäsur. Bei den von islamistisch-motivierten Terroristen aus Al Qaida-Kreisen organisierten Angriffen auf das World Trade Center und das Pentagon kamen mehr als 3.000 Menschen ums Leben. Sie versetzten eine Nation in Schock und stürzten Amerika in einen Krieg gegen den Terror.

Najem Wali nähert sich in seinem neuen Buch „Im Kopf des Terrors. Vom Töten mit und ohne Gott“ dem Terrorismus von Seiten der Literaturgeschichte und versucht, eine Kulturgeschichte des Terrorismus zu verfassen. Der Terror sei oft als Phänomen der jüngeren Gegenwart verstanden worden, dabei sei völlig in Vergessenheit geraten, dass er schon immer Stoff für große Literaten, für Hemingway, Sartre, Dostojewski oder Büchner, gewesen ist.

Am 15. Jahrestag des 11. Septembers spricht Karin Fischer mit Najem Wali. Das ganze Gespräch hören Sie HIER
Kulturfragen im Deutschlandfunk, 11. September 2016

Im Kopf des Terrors. Vom Töten mit und ohne Gott

cover_1843Mein neues Buch „Im Kopf des Terrors. Vom Töten mit und ohne Gott.“ ist eine Kulturgeschichte des Terrorismus, ein literarisches Sachbuch, wie ich es nennen würde. Die Welt dreht sich einfach schneller, als ich einen Roman schreiben kann. Zudem ist es ungleich schwerer meinen Protagonisten etwas in den Mund zu legen, als es einfach selbst zu sagen. Im Roman verstecke ich das, was ich sagen will. Der Leser soll die Aussage finden und die Aussage soll wiederum zeitlos sein. Ein Sachbuch erlaubt es mir, direkter zu sein. Schriftsteller verstecken sich oft hinter sich selbst, sinnieren über ihr eigenes Leben. Hin und wieder sollte man allerdings über den Tellerrand schauen, seine Worte den aktuellen Ereignissen widmen und so Verantwortung übernehmen.

Mit „Im Kopf des Terrors“ erlaube ich mir, direkt zu sein. Ich nähere mich den Themen Terrorismus und Gewalt von Seiten der Literaturgeschichte. Weil wir den Terror oft als ein Phänomen der jüngeren Gegenwart verstehen und vielleicht auch verstehen wollen, ist mittlerweile völlig in Vergessenheit geraten, dass er schon immer Stoff für große Literaten, für Hemingway, Sartre, Dostojewski oder Büchner, gewesen ist.

Mein Buch soll nachdenklich machen, weil das Thema Terror komplex ist und wir uns zu oft mit eindimensionalen Erklärungen zufrieden geben. Was ich für besonders gefährlich halte, ist, dass wir stets versuchen den Terror als etwas Unnatürliches darzustellen und die Terroristen zu entmenschlichen – entweder indem wir sagen, dass sie krank sind oder dass sie einer kranken Ideologie folgen.

Ich freue mich, dass „Im Kopf des Terrors“ nun erscheint und hoffe auf eine angeregte Diskussion!

Im Kopf des Terrors. Vom Töten mit und ohne Gott. Von Najem Wali. Aus dem Arabischen von Markus Lemke. S. 160, Residenz Verlag, Salzburg, 2016.

Selbsternannte Herrscher über Leben und Tod

Was geht in den Köpfen von Terroristen vor? Damit beschäftigt sich Najem Wali in seinem neuen Buch „Im Kopf des Terrors. Vom Töten mit und ohne Gott“.

Najem Wali im Gespräch mit Sigrid Brinkmann
Deutschlandradio Kultur, 1. September 2016

Terroristen, die mit einem Fahrzeug in eine Menschenmenge fahren, Bombenleger und Selbstmordattentäter gehören mittlerweile zu unseren Schreckensbildern. Doch was geht in den Köpfen der Täter vor, was macht sie zu selbsternannten Herrschern über Leben und Tod? Sein Buch beginnt mit einem schockierenden  Ereignis: Vor knapp drei Jahren sprengten sich in Bagdad vier deutsche Selbstmordattentäter in die Luft. Für den Autor war das eine Art Initialzündung für das Nachdenken und Schreiben, so erzählt er im Deutschlandradio Kultur:  „Für mich war dieses Phänomen wirklich eine Herausforderung. Ich wollte wissen, warum diese Jugendlichen das tun.“ 

Das ganze Interview hören Sie HIER:

Deutscher Buchpreis – Longlist 2016

Die Longlist für den Deutschen Buchpreis des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels steht fest. 20 Titel hat die siebenköpfige Jury ausgewählt. Najem Wali spricht im Deutschlandradio Kultur über seine Erfahrungen als einziger Schriftsteller in der Jury. 

Dass die Wahl des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels ihn, den Schriftsteller, für die Jury ausgewählt habe, sei ein „besonderer Fall“, sagt er im Interview. Da er nicht auf Deutsch, sondern in seiner Muttersprache Arabisch schreibe, sei er „keine Konkurrenz für die nominierten Autoren“ und somit auch nicht befangen in seinem Urteil. Außerdem habe der Börsenverein ein Zeichen setzen wollen „in diesen hitzigen Zeiten“: Auch er habe sein Leben in Deutschland vor 35 Jahren neu begonnen, nachdem er ins Exil gehen musste, sagte der studierte Germanist.

Foto: Claus Setzer
Foto: Claus Setzer

Das ganze Interview mit Najem Wali in der Sendung „Studio 9″ hören Sie HIER:

Das Haus der Träume in Bagdad

Ein geschichtsträchtiges Gebäude ist vom Abriss bedroht. Dank seines Erbauers steht es für einen multikulturellen Irak – also für das, was die Scharfmacher im Land heute vergessen machen wollen.

von Najem Wali

Fast hundert Jahre ist es alt. Der Bagdader Baumeister Sayyed Ka- zim bin Arif, einer der berühmtesten seiner Zunft, hat es errichtet. Alles an diesem Haus ist schön: die Rundbögen, die Zimmertüren, die Balustraden auf dem Flachdach, die hölzernen Fenster, der ausladende Balkon hoch über dem Tigris. Es wirkt fast, als habe die Hand des Meisters hier, von der historischen Al-Raschid-Straße aus leicht zurückgesetzt, Stein auf Stein sanft gestreichelt und liebevoll geformt, als habe sie gewusst, dass sie nicht nur ein Haus für einen Mann aus einer alteingesessenen Bagdader Handelsfamilie erbaute, die bekannt für ihren Reichtum war, sondern vor allem einen Ort schuf, der Träumen angemessen sein musste. Dass es so viele Räume und Etagen umfassen musste wie die Träume des Mannes, der darin schlafen und erwachen würde.

All die Jahre, die ich bis zu meiner Flucht am 28. Oktober 1980 ins Exil nach Deutschland in Bagdad lebte, hoffte ich, dieses Haus einmal betreten zu können. Mehr noch als sein Aussehen reizten mich die Geschichten, die man sich von der Privatbibliothek des Hausherrn erzählte. Es hieß, seine Bücher hätten so gut wie alle Zimmer des Hauses eingenommen, es sei die größte Privatbibliothek gewesen, die Bagdad je gekannt habe: Bücher in zahlreichen Sprachen, auf Arabisch und Türkisch, auf Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Deutsch, all jenen Sprachen, die der Hausherr las und schrieb. Bedauerlicherweise sind die meisten dieser Bücher wohl verloren gegangen, als die Ba’ath-Regierung 1970 im Zuge ihrer Hinrichtungswelle gegen Juden und Oppositionelle sich der Bi- bliothek bemächtigte. Zwar hieß es, die Bestände seien in die Sammlung des Irakischen Nationalmuseums gewandert, doch habe ich bei all meinen Besuchen dort nicht eines davon auffinden können.

Den ganzen Artikel lesen Sie HIER: Das Haus der Träume in Bagdad
erschienen im Feuilleton der FAZ am 17. August 2016 

„Für die Mädchen an der Uni war ich Omar Sharif“

Als junger Mann floh der Schriftsteller Najem Wali aus dem Irak. Das gelang ihm nur durch eine List.

Ein Interview von Ijoma Mangold

ZEITmagazin: Herr Wali, Sie sind 1980 aus dem Irak nach Deutschland gekommen. Wie haben Sie sich als Ausländer hier gefühlt?
Najem Wali: Natürlich gab es am Anfang Pöbeleien und Ablehnung auf der Straße. Aber damals war das alles nicht so zugespitzt wie heute. Und für die Mädchen an der Uni war ich Omar Sharif. Heute assoziiert man mit einem Araber das Bild von Bin Laden.
ZEITmagazin: Warum haben Sie den Irak verlassen?

Paris, Brüssel, Bagdad, Nizza: Terrorangriffe gegen das Leben

Die Anschläge trafen Orte, an denen junge Leute und Familien das Leben feiern. Der Wahhabismus sollte auf die Terrorliste der UN gesetzt werden.

von Najem Wali
TAZ am 20. Juli 2016

Eine weitere blutige Samstagnacht. Fast könnte man meinen, die Attentäter von Anfang Juli im Irak hätten zwei Hauptstädte vereinen wollen: Paris und Bagdad, zwei Hauptstädte, die Tausende von Kilometern trennen und die jetzt in Unglück und Blut vereint sind. 130 Tote und 383 Verletzte, so die Schreckensbilanz der Angriffe von Paris, 250 Tote und mehr als 220 Verletzte, dies das fürchterliche Ergebnis des Anschlags von Bagdad. Und das, bevor die Terroristen 12 Tage später einen weiteren blutigen Anschlag ausübten. Diesmal in Nizza, Bilanz: 85 Tote, zahlreiche Verletzen, Tendenz steigend.

Terror, Tod und Morde sind schwer miteinander zu vergleichen. Aber was sich in der Samstagnacht des 2. Juli in Bagdad ereignet hat, zwei Tage vor Ende des Fastenmonats Ramadan, quasi als Feiertagsgeschenk an die Iraker, muss uns andere blutige Ereignisse in Erinnerung rufen, die andere Städte auf der Welt heimgesucht haben, an erster Stelle Paris. Noch bevor der Anschlag in Nizza erfolgte, oder der Anschlag von Brüssel zuvor.

Und das nicht nur, weil der Anschlag von Bagdad der bislang schwerste in diesem Jahr war, und nicht nur aufgrund der Vielzahl von Opfern, die zumeist sehr jung und in ihren Zwanzigern waren, oder der Läden und Fahrzeuge, die in der Nähe des Explosionsortes in Flammen aufgingen, sondern vor allem wegen des von den Tätern gewählten Ziels: das Stadtviertel Karrada mit seiner von Einkaufspassagen gesäumten Hauptstraße.

Hier befindet sich eine der größten Shoppingmalls von Bagdad, das Al-Laith-Center, eine dreigeschossige Passage nach europäischem oder amerikanischem Vorbild. Sie war immer gut besucht und beherbergte ein internationales Angebot an Markenartikeln, ausgefallene Boutiquen, Parfümerien, Geschäfte für Haushaltsartikel, Taschen, Schuhe – einfach alles, wonach das Herz begehrt, Spielmöglichkeiten für Kinder und eine Vielzahl moderner Restaurants und Cafés inbegriffen.

Plastiksprengstoff des „IS“
Die verheerend große Zahl von Opfern in Bagdad nimmt von daher nicht Wunder. Sie fielen dem sogenannten C4-Sprengstoff zum Opfer, ein Plastiksprengstoff, von dem die Terroristen bei ihrer Schreckenstat mutmaßlich eine halbe Tonne verwendeten.

Welche Erwartungen haben Flüchtlinge?

Potsdam, 9. Juli 2016
Beim Literaturfestival Potsdam Brandenburg trafen sich Julia Franck, Uwe-Karsten Heye und Najem Wali DER HEIMAT SO FERN zu einem Gespräch über DREI GESCHICHTEN VON FLUCHT UND NEUANFANG.

© Dirk Bleicker
© Dirk Bleicker

In Graz sprach Najem Wali mit der Österreichischen Wochenzeitung Der Falter über die Erwartung von Flüchtlingen, die Ursachen des Dschihadismus und ihren Kindern ausgelieferte Eltern. Das Gespräch führte Gerlinde Pölsler, der Artikel erschien am 8. Juni 2016. Den ganzen Artikel finden Sie HIER

Literaturwerkstatt im Irak

Die schreibenden Frauen von Basra

Im Erzählen liegt die Rettung vor der Alltagskatastrophe: In einer Schreibwerkstatt im Irak verwandeln 25 Frauen verschiedener Herkunft das Unterdrückte in Geschichten.
Von NAJEM WALI

Die schreibenden Frauen von Basra
Die schreibenden Frauen von Basra, Juni 2016

Ein Prosaworkshop? Für Frauen in Basra? Meine letzte Reise in die irakische Hafenstadt lag schon zwei Jahre zurück, und ich erwartete nicht, dass sie sich positiv entwickelt hätte. Im Gegenteil, die Nachrichten von dort verhießen nichts Gutes, sei es, was die Zerstörung der Infrastruktur in den letzten Jahren anbetraf, sei es in Bezug auf den Niedergang staatlicher Autorität, das Nichtfunktionieren der Verwaltung oder die allgegenwärtige Korruption – die traditionelle Macht der Clans und den ausufernden Waffenbesitz nicht zu vergessen. Hinzu kommen die Ehrenmorde, denen jedes Jahr Dutzende von Frauen zum Opfer fallen. Unter derartigen Umständen also wollten beherzte deutsche Suffragetten dort eine Prosawerkstatt organisieren. Unter der Leitung eines Mannes. Ich nahm die Herausforderung an.
Den ganzen Artikel, erschienen in der FAZ, können Sie hier lesen: FAZ, Die schreibenden Frauen von Basra

Molenbeek als Chance

Kürzlich reiste Najem Wali nach Brüssel, um im «Problemquartier» Molenbeek zwei Lesungen zu geben. Für ihn haben Brüssel und Bagdad mehr als nur den Anfangsbuchstaben B gemeinsam. 

von Najem Wali
Neue Zürcher Zeitung, 2. Juni 2016

Schon auf dem Flug wurde klar, dass dies keine Reise war wie alle anderen. Die Zahl der leeren Plätze und die angespannten Gesichter der Passagiere liessen ahnen, dass man sich nicht mehr so einfach in ein Flugzeug nach Brüssel setzt. Und ich als Iraker denke bei einer solchen Gelegenheit unweigerlich an Bagdad. Es ist noch nicht lange her, dass die beiden Städte nur einen einzigen Buchstaben gemeinsam hatten. B. Wie Brüssel. Wie Bagdad. Das ist immer noch so. Aber der Buchstabe hat jetzt noch eine weitere Bedeutung: Bombe.P1050087

Nichts ist, wie es war
Kommt man in Brüssel an, ist nichts mehr wie zuvor. Statt in der grossen Flugzeughalle müssen die Passagiere vor einem Eingang bei den Parkplätzen warten, und von dort haben sie eine lange Strecke bis zur Haltestelle des Zuges zurückzulegen. Im Flughafen wie auch bei den Eingängen der Bahnstation und des Brüsseler Bahnhofs sind Soldaten mit Maschinengewehren postiert. In den Strassen zirkulieren Militärfahrzeuge in grosser Zahl, die Brüssel den Anstrich einer Stadt im Kriegszustand geben – besonders wenn man realisiert, wo diese Fahrzeuge früher im Einsatz waren. Es sind Jeeps der Kfor-Schutztruppen, die nach dem Kosovokrieg für Sicherheit im Konfliktgebiet sorgen sollten; die Lettern auf den Türen der Fahrzeuge sind noch immer kenntlich und scheinen jedem Versuch, sie zu entfernen, erfolgreich widerstanden zu haben.

Idomeni: Begegnungen an der griechisch-mazedonischen Grenze

Die Frau, die mich schätzen lässt, wie alt sie ist. Der 23-Jährige, der den Belgiern beweisen will, dass sich nicht hinter jedem langen Bart ein Terrorist versteckt. Der Alte, der mit einem „weisen Politiker“ über den Waffenhandel sprechen möchte. 

von Najem Wali, Mai 2016

Die Kleinstadt Polikastro, in der Präfektur Kilkis, Zentralmakedonien, im Norden Griechenlands gelegen, hatte bis vor Kurzem noch um ihren Platz auf der Landkarte zu kämpfen, da sie das Los aller Provinzstädte teilte: Die jungen Leute zogen weg, denn es fehlte an Jobangeboten. Inzwischen jedoch sieht die Situation ganz anders aus, da das Städtchen zu einer wichtigen Transitstation mutiert ist. Bis auf den Militärfriedhof für die im Zweiten Weltkrieg gefallenen britischen Soldaten, der, wie alle anderen Militärfriedhöfe des Vereinigten Königreichs auf der ganzen Welt auch, an einen prachtvollen englischen Garten erinnert, hatte das Städtchen nichts, was es zu einer Attraktion für Besucher hätte machen können. Dies zumindest war der Stand der Dinge, bis die Republik Mazedonien seine Grenze zu Griechenland für Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Nordeuropa abriegelte.

Der Grenzübergang Idomeni zwischen Griechenland und Mazedonien ist ein Dorf mit knapp 300 Einwohnern, von denen die meisten in der Landwirtschaft arbeiten. Zur Zeit meiner Ankunft bestand von dort keine direkte Verbindung mehr zu den übrigenStädten Griechenlands, da der Zugverkehr, der Idomeni anbindet, eingestellt war, nachdem die Flüchtlinge ihre Zelte auf den Schienen errichtet hatten. Wer also etwas mit dem Flüchtlingslager in Idomeni zu tun hatte, von Berufs wegen oder als Besucher, musste sich eine andere Unterkunft suchen, und was wäre dafür eher in Frage gekommen als das Städtchen Polikastro, das nur zwölf Kilometer von Idomeni entfernt liegt?

Lecture-Performance „Hausbesuch“: Ein Bericht

Das Goethe-Institut Belgien lud Najem Wali am 11. und 12. Mai 2016 zur Lecture-Performance „Hausbesuch“ nach Brüssel ein. Die beiden Abende hätten unterschiedlicher nicht sein können. Najem Wali las aus seinem Roman Bagdad. Erinnerungen an eine Weltstadt, diskutierte mit den anwesenden Gästen und tauschte sich mit ihnen aus.

Die erste Lesung fand in urgemütlicher Wohnzimmeratmosphäre mit anschließendem interessantem Austausch über IS-Terror und dessen Ursprung statt. Die zweite Lesung geschah vorwiegend mit irakischen und syrischen Flüchtlingen auf Arabisch. Ergreifende Momente, Musik, Gesang und der Austausch von Erfahrungen prägten diesen Abend.

Markus Bickel, freiberuflicher Journalist, war an beiden Abenden anwesend und schrieb danach einen Artikel Bagdad in Brüssel für die Berliner Zeitung, den Sie hier lesen können.

Lecture-Performance „Hausbesuch“: Najem Wali

EIN KÜNSTLER IN IHREM WOHNZIMMER

Auf Einladung des Goethe-Instituts kommen 2016 verschiedene Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland nach Belgien. Sie werden in Privatwohnungen eingeladen, wo sie für zwei Abende Carte Blanche bekommen und ganz nach Belieben tanzen, kochen, lesen, musizieren oder philosophieren können. Vielleicht nächstes Mal auch in Ihrem Wohnzimmer?

Für die Hausbesuche am 11. und 12. Mai können Sie den Schriftsteller Najem Wali zu sich nach Hause einladen. Gemeinsam mit ihm und Ihren Gästen können Sie über seine Werke und über seine Erfahrungen als Migrant reden. Auch die heutige Flüchtlingskrise wird sicherlich ein zentrales Thema des Abends werden. Najem Wali floh 1980 nach Ausbruch des iranisch-irakischen Kriegs vor Saddam Husseins Diktatur und emigrierte nach Norddeutschland. Sein Hintergrund als Migrant war in vielen seiner journalistischen Beiträge in arabischen und deutschen Zeitungen ein Thema. Auch in seinen Büchern tauchen häufig die Motive der Migration und Grenzen auf. In Reise in das Herz des Feindes untersucht Najem Wali Israel, basierend auf Sartres existentiellem Grundprinzip: „Lerne das Fremde erst kennen, bevor du dir eine Meinung darüber bildest“. Wali steht den arabischen Obrigkeiten sehr kritisch gegenüber und entlarvt Vorurteile gegenüber Israel. Sein Roman ist ein Aufruf für Frieden und Zusammenarbeit und für das Abschaffen von Grenzen.

Im Kopf des Terrors

Nach Paris. Nach Brüssel. Mit Herostratos im Kopf, mit Sartre in der Tasche: Versuch einer Reise zum Jihad, seinen Gesichtern und Motiven.


Die Presse

Am 18. November 2015, fünf Tage nach den Anschlägen von Paris, einer Serie koordinierter Terrorangriffe mit gezieltem, wahllosem Feuer aus automatischen Waffen, Selbstmordexplosionen und Geiselnahmen im 10. und 11. Arrondissement, im Theater Bataclan und in der Rue Bichat, der Rue de la Fontaine au Roi und der Rue de Charonne, und gleich nach der Verlautbarung der französischen Behörden, der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge, ein Belgier mit marokkanischen Wurzeln, sei bei den Polizeirazzien im Pariser Vorort Saint-Denis getötet worden,fühlte ich mich stark an Herostrat erinnert. Doch in erster Linie nicht an den altgriechischen Brandstifter Herostratos, der im vierten Jahrhundert vor Christi lebte und durch die Zerstörung des Artemis-Tempels von Ephesus, eines der sieben Weltwunder der Antike, zu unsterblicher Berühmtheit gelangen wollte, sondern ich musste an jene Erzählung gleichnamigen Titels des Existenzphilosophen Jean-Paul Sartre denken, eine der fünf in dem Band „Le Mur“ (Paris 1939) versammelten Novellen.

Die Erzählung, die erstmals 1950 in deutscherÜbersetzung erschien und die ich ursprünglich Anfang der Siebzigerjahre auf Arabisch gelesen hatte (übersetzt von Hashim al-Husseini), handelt von Paul Hilbert, einem kleinen Angestellten, ledig, der in einer Handelsfirma arbeitet und allein in einer Pariser Wohnung im sechsten Stock eines allem Anschein nach neu errichteten Wohnhauses lebt. Wobei die Höhe hier von Bedeutung ist, denn die Erzählung setzt auf dem Balkon der Wohnung ein. „Die Menschen muss man von oben sehen“, mit diesem Satz beginnt der Held der Erzählung seine Geschichte, um uns darüber ins Bild zu setzen, wie diese Höhe, in der er sich befindet, ihn in den Stand versetzt, Menschen und Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu sehen, was ihn ein Gefühl der Überlegenheit empfinden lässt.

ZWISCHENTÖNE im Deutschlandfunk

Najem Wali im Gespräch mit Joachim Scholl

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Er war 24, als sein Land 1980 einen absurden Krieg gegen Iran vom Zaum brach: Der junge Iraker Najem Wali wollte kein Kanonenfutter sein, fälschte seinen Pass und desertierte nach Deutschland.

Nach einem Studium der Germanistik in Hamburg begann Najem Wali seinen Weg als Schriftsteller und Journalist. In Romanen, Erzählungen und Reportagen hat Najem Wali immer wieder die Konflikte in und mit der arabischen Welt reflektiert, zuletzt in seinem preisgekrönten Roman „Bagdad.Marlboro“.

Von seinem Leben als irakischer UND deutscher Schriftsteller erzählt Najem Wali in den „Zwischentönen“.

„Mir war klar, dass ich null bin und bei null anfangen muss“

Viele Flüchtlinge kommen mit zu hohen Erwartungen nach Deutschland, sagt Exilschriftsteller Najem Wali. Doch auch die Deutschen müssten sich um ein Miteinander bemühen.

von Markus Bickel
ZEITonline, 23. Februar 2016

Integration ist wie Kindererziehung: ein Haufen Mühe, unendlich Geduld und keine schnellen Erfolge. Das sagt Najem Wali, der aus eigener Erfahrung weiß, wie mangelnde Sprachkenntnisse und Ausschluss vom Arbeitsmarkt Neuankömmlinge rasch zu Außenseitern abstempeln können.

Mehr als ein halbes Leben ist es her, dass der irakische Exilschriftsteller dem Krieg entkam – damals dem seines Geburtslandes gegen den Iran. 24 Jahre jung war Wali, als er im November 1980 in Deutschland eintraf, getürmt über die Grenze zur Türkei, so wie Hunderttausende heute.

Dreieinhalb Jahrzehnte später schaut er sich deshalb jedes Mal selbst ins Gesicht, wenn er in den Straßen Berlins auf junge Männer trifft, die vor den Kämpfen im Irak und Syrien geflohen sind.

Deutscher Buchpreis 2016

Die Jury steht fest

Diese sieben Literaturexperten entscheiden, wer den Deutschen Buchpreis 2016 erhält: Die Akademie Deutscher Buchpreis hat Thomas Andre (Hamburger Abendblatt), Lena Bopp (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Berthold Franke (Goethe-Institut Prag), Susanne Jäggi (Librium Bücher, Baden), Christoph Schröder (freier Kritiker, Frankfurt am Main), Sabine Vogel (Berliner Zeitung) und Najem Wali (Autor und Kritiker, Berlin) in die diesjährige Jury berufen.

Cuba LibrO

El Marinero reiste nach Cuba. Er entdeckte Revolutionstourismus, tief grüne, gepflegte Landschaften, 26 Sorten Eis – „echtes und künstliches“ – und hitzebeständige F1 Rinder. Als Sahnehäubchen gab es Miami-Kubaner, Salsa und jede Menge Fragen.

Cuba libre
Freie Wahlen? Quizás, quizás, quizás...
Una familia feliz
Ubre Blanca ruhe in Frieden!
I scream, you scream.
We all scream for ice cream.
Sancti Spiritus
Ganz unheilig: Skalven schufteten hier auf Zuckerrohrplantagen.
Pinar del Rio
Rum o muerte!
Me, Lennon & Him
Nicht ohne einen Hemingway!
Hotel Ambos Mundos
"Niemand stirbt wirklich"
26. Juli 1953
Cuartel Moncada
Museo de la Revolución
Chevrolé
Und nun, Che?
Hasta la sierra siempre!
Transport kreativ
Manzanas
Gäste aus Übersee
Pueblo unido
Im Warten vereint
Fuego für alle

Bagdad – die verlorene Stadt

Muslime beim Freitagsgebet in der Imam Mousa al-Kadhom Moschee in Bagdad (dpa / picture alliance / Ali Abbas)
Muslime beim Freitagsgebet in der Imam Mousa al-Kadhom Moschee in Bagdad (dpa / picture alliance / Ali Abbas)

Deutschlandradio Kultur
Marie Sagenschneider über „Bagdad. Erinnerungen an eine Weltstadt“
von Najem Wali (Carl Hanser Verlag 2015)
Beitrag anhören

Bagdad blickt auf eine lange Geschichte zurück. Einst war die Stadt im heutigen Irak der kulturelle Nabel der Welt. Davon erzählt das neue Buch des Schriftstellers Najem Wali – und von persönlichen Erinnerungen.
Najem Wali erzählt die Geschichte einer verlorenen Stadt: Bagdad, dessen große Blütezeit um 800 lag, als Harun-al-Raschid sie zum kulturellen Nabel der Welt machte. Wali verknüpft die Geschichte Bagdads mit seinen persönlichen Erinnerungen, führt uns durch Straßen und durch historische Ereignisse, und obwohl man weiß, dass es dieses Bagdad nicht mehr gibt, möchte am liebsten sofort seine Koffer packen und dorthin hinreisen.

Im Osten nichts Neues

Kulturdebatte im SPIEGEL

Der syrische Dichter Adonis soll den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück bekommen. Was für ein Irrtum.
Von Najem Wali

Eigentlich sollte der Dichter Adonis am kommenden Freitag den Erich- Maria-Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück verliehen bekommen. Die Entscheidung hatte eine Debatte ausgelöst, die sich lange ausschließlich um die Frage drehte, ob der Dichter nun ob seiner uneindeutigen Haltung gegenüber dem Diktator Baschar al-Assad den Preis verdient habe oder nicht. Die Fragen, was Adonis mit Remarque verbindet und ob es wirklich Gemeinsamkeiten gibt in den Schriften und Taten der beiden, spielten keine Rolle. Und auch nicht, was der Dichter sonst so schreibt und denkt und sagt. Dabei geht es um mehr als nur um seine Haltung gegenüber einem Diktator.