Das also ist Bagdad? Echt jetzt?

Die Erfindung Bagdads
Café in Bagdad
Café Shabender in der Mutanabbi-Straße

Ein Exilant zu sein heißt: Die Fremde ist keine Heimat geworden, und die Frage nach einer Rückkehr wartet immer noch auf Antwort. „Das System Saddams ist weg“, sagt Wali, „aber die Gebäude und die Institutionen gibt es noch. Vielleicht sogar mit denselben Leuten.“

Der SPIEGEL Autor Lothar Gorris begleitete Najem Wali auf einer Reise nach Bagdad. Seinen Artikel über die Begegnung mit einer von Terror zerrissenen und verrottenden Stadt lesen Sie HIER Die Erfindung Bagdads – DER SPIEGEL

Cuba LibrO

El Marinero reiste nach Cuba. Er entdeckte Revolutionstourismus, tief grüne, gepflegte Landschaften, 26 Sorten Eis – „echtes und künstliches“ – und hitzebeständige F1 Rinder. Als Sahnehäubchen gab es Miami-Kubaner, Salsa und jede Menge Fragen.

Cuba libre
Freie Wahlen? Quizás, quizás, quizás...
Una familia feliz
Ubre Blanca ruhe in Frieden!
I scream, you scream.
We all scream for ice cream.
Sancti Spiritus
Ganz unheilig: Skalven schufteten hier auf Zuckerrohrplantagen.
Pinar del Rio
Rum o muerte!
Me, Lennon & Him
Nicht ohne einen Hemingway!
Hotel Ambos Mundos
"Niemand stirbt wirklich"
26. Juli 1953
Cuartel Moncada
Museo de la Revolución
Chevrolé
Und nun, Che?
Hasta la sierra siempre!
Transport kreativ
Manzanas
Gäste aus Übersee
Pueblo unido
Im Warten vereint
Fuego für alle

Mission accomplished

Auf der Buchmesse in San José; NW mit Ernesto Cardenal, der sich als Dichter gerne Padre nennt; NW mit Sylvie Duran Salvatierras, der Kulturministerin von Costa Rica; Straßenmusiker in San José; NW mit dem panamaischen Schriftsteller Carlos Wynter

Das Ende meiner Reise musste kommen. Viele unterschiedliche Länder, Menschen und Begegnungen, und wenn ich zurückblicke, brachte alles große Bereicherung, neue Erfahrungen und Kenntnisse. Doch der Marinero en tierra musste zurück zu seinen Liebenden, zu seinem ewigen Exil Alemanía, wo ihn in Zeiten des Zorns sicherlich neue Aufgaben und Herausforderungen und ganz bestimmt andere Reisen erwarten… Adiós, Muchachos! … Hasta la vista bei der Buchmesse Frankfurt!

Und der Betrug geht weiter…

El Día de la Independencia, San José, Costa Rica

El inganio continua, der Betrug geht weiter. Ab dem 15. Jahrhundert haben die Spanier Mittel- und Lateinamerika erobert, ausgeraubt, die Menschen dort niedergemetzelt, versklavt und gedemütigt. Wer aber denkt, dass diese Demütigung, dieser Betrug, aufgehört hat, der täuscht sich. El inganio geht weiter, der Betrug, in Form eines Feiertags: „El Día de la Independencia“, der Tag der Unabhängigkeit.

Am 15. September feiert man seit dem 19. Jahrhundert von Mexiko bis Panama diesen Unabhängigkeitstag. In Nicaragua dauert der Betrug sogar noch länger. Dort feiert man ganze fünf Tage! Als ob die Indigenen, die Urbevölkerung, sich die Macht in ihren Ländern zurück erkämpft hätten. Nichts davon! 

 Wer die Machtstruktur in diesen sogenannten befreiten Länder betrachtet, stellt fest, dass dort immer noch die weiße Rasse regiert, die Nachfahren der Europäer, der ersten Eroberer, mit überwiegend spanischer Abstammung. In allen diesen Ländern findet man mehrheitlich diese Weißen im Fernsehen, in den Regierungen und in der Wirtschaft. Das ursprüngliche Volk findet man auf dem Markt, als Straßenverkäufer, in den Metros oder in den Banden der Desperados. 

Es lebe die Dichtung!

Die Dichtung fälscht. Aber was sie stark macht ist, dass sie uns das sagt und nicht verheimlicht. Damit siegt sie immer. Die Dichtung ist die Fälschung der Fälschung, die vor unseren Augen abläuft. Alles im Leben steht auf dem Kopf. Die Dichtung stellt es richtig: Auf die Füße… Und genau dadurch geht das Leben weiter. Das sagen uns die Dichter, egal, wo sie sind und wann sie lebten. Darum beginnen meine Reisen, egal wohin, mit der Suche nach den Dichtern, nach den toten und nach den lebenden. Meine literarische Expedition durch Zentralamerika ist da nicht anders. 

Auf den Fotos mit NW: Sergio Ramírez in seinem Büro in Managua; Gioconda Belli im Cultural Center Pablo Antonio Cuadra in Managua; der salvadorianische Dichter Manlio Argueta, Direktor der Nationalbibliothek im historischen Center von San Salvador; NW alleine im Casa Museum von Rubén Darío, einem der wichtigsten Dichter Lateinamerikas. Sein Porträt hängt über NWs Kopf.

Es leben die Dichter!

UniAutonomaVor der Universität Autonoma in San Salvador steht das Denkmal des großen Dichters Roque Dalton, der Gründer der Guerilla Bewegung Farabundo Martin war, die jetzt an der Macht ist. Dalton wurde von seinen Genossen fälscherweise als CIA Agent verdächtigt und ermordet.

Café de los Poetas

Im Café de los Poetas: Das Café der Dichter liegt im historischen Viertel von San Salvador im Herz der Stadt und in einer der gefährlichsten Zonen von Zentralamerika. Trotzdem treffen sich die Dichter dort. Sie lassen sich nicht einschüchtern.

HausErnstoCardenal

Im Haus des großen nicaraguanischen Dichters Ernsto Cardenal in Managua. Leider war der neunzigjährige krank und nicht zu sprechen. Seine Skulpturen sprechen für sich.

Nicaragua Agua Fuego

Vier Tage war ich in Managua, sieben in Nicaragua insgesamt und davon zwei in León, einer Provinzhauptstadt im Nordwesten. Es war die Einladung des Goethe Instituts in Kooperation mit dem PEN-Club Nicaragua, die mich auf die Reise in diesen Teil der Welt gelockt hat, für deren Organisation ich Sven Mensing vom Goethe Institut Mexico danken möchte.

In Managua fanden in diesem Rahmen zwei große Veranstaltungen statt. Eine davon war eine Diskussionsrunde über die „Freiheit der Expression“, die Carmen Aristegui (Investigative Journalistin aus Mexico und Journalistin für CNN), Josef Haslinger (Autor und Präsident des PEN-Club Deutschland), Miguel Huezo Mixto (Schriftsteller und UNO Mitarbeiter aus El Salvador), Carlos Fernando Chomoro (Herausgeber der Pressegrupp la Prensa aus Nicaragua), Gioconda Belli (Schriftstellerin aus Nicaragua) und ich, moderiert von Lutz Kliche, bestritten. Die andere war eine Lesung im El Instituto Nicaragüense de Cultura Hispánica in Managua, bei der ich Auszüge aus der spanischen Übersetzung von „Bagdad… Marlboro“ las und diskutierte.

Und was machte der Marinero sonst in Managua?

Jamaika und die WM-Qualifikation

MitWinfriedSchäferManaguaWer hätte das gedacht? In der Lobby des Hilton Hotel Managua traf ich am 7. September Winfried Schäfer, den Coach von Jamaikas Nationalmannschaft. Ich sagte ihm, ihr werdet das Spiel morgen gewinnen. Und das kam dann auch so. Am nächsten Abend hat Jamaika gegen Nicaragua im Heimspiel 2:0 gewonnen. Das Geheimnis? Ich glaube, ich habe es gehört. Die Mannschaft wohnte in der dritten Etage, wo auch mein Zimmer 306 war. Um 17 Uhr, 2 Stunden vor dem Spiel, haben sie mich aus meiner Siesta gerissen mit ihrer lauten Musik. Nein, es war kein Reggie. Es war einfach unglaublich laute Tanzmusik!

Un país güegüense

Najem Wali on a trip through the Marshes Suhain in South of Iraq, 1977
Najem Wali on a trip through the Marshes Suhain in South of Iraq, 1977
UNO NO ESCOGE

Uno no escoge el país donde nace;
pero ama el país donde ha nacido.

Uno no escoge el tiempo para venir al mundo;
pero debe dejar huella de su tiempo.

Nadie puede evadir su responsabilidad.

Nadie puede taparse los ojos, los oídos,
enmudecer y cortarse las manos.

Todos tenemos un deber de amor que cumplir,
una historia que nacer
una meta que alcanzar.

No escogimos el momento para venir al mundo:
Ahora podemos hacer el mundo
en que nacerá y crecerá
la semilla que trajimos con nosotros.

Gioconda Belli

Something unexpected crossing borders

BorderHonduras
Border in Honduras coming from El Salvador

Last Sunday, it happened to be the 6th of September, we took the bus from San Salvador to Managua. I could not believe how easy it was to cross three borders within 2 hours. Thanks to the german passport, I admit.

 

If only more people, if only every human being could cross borders in such a nice and easy way! But I am worried that this is just the dream of a crazy marinero en tierra.

GoingToNicaragua
Walking to Nicaragua

3. September, San Salvador

Das Centro Cultural de España war gut besucht an diesem Abend. Über 90 Zuhörer waren gekommen, darunter viele Studenten, um mit Najem Wali, der Dichterin Susan Reyes und dem Übersetzer, Lektor und Literaturvermittler Lutz Kliche über das Schreiben in Zeiten des Krieges und die Macht der Literatur zu diskutieren. Es wurde ein großartiger Abend mit spannenden Gesprächen! Danke an Susan Reyes für wunderbare Organisation!

Guatemala City – First Days in Central America

Guatemala City hat mich verschluckt. Die wenigen Tage gingen ineinander über. Was war zuerst? Was kam danach? Ich weiß es nicht mehr. Gut, wir hatten Jetlag und am ersten Mittag habe ich mit drei Schriftstellern so viel Chili und anderes, unsagbar Scharfes gegessen, dass mir der Abend nicht mehr ganz erinnerlich ist.

Am nächsten Tag die ersten Schritte durch die Stadt, ein leeres Viertel, lost in the City. In der angeblich gefährlichen Zona 1 wandelten wir ohne Angst, immer wieder verharrend in herzlichen Gesprächen mit den Menschen auf der Straße. Ein andermal die Begegnung mit dem Verleger Raul Figuerroa Satri, unser gemeinsames Essen mit meinem Weggefährten Lutz Kliche im spanischen Restaurant „La Mezquita“.

NW with Guatemalan Poets and Writers after reading, Guatemala City
NW with Guatemalan Poets and Writers after reading, Guatemala City

Und die Visite in der Biblioteca National? Ein unglaublicher Schatz. Ein paar Blocks weiter Demonstrationen. Mittendrin sind wir zu einem Treffen mit guatemaltekischen Schriftstellerinnen in einer Buchhandlung verabredet. Nur mehr mildes Essen, dafür scharfe Diskussionen. Die Stadt, in der das Volk so lange protestiert hat, bis sein korrupter Präsident zurück getreten ist, saugte mich auf mit ihrem Jubel und der Hoffnung auf eine neue Politik.

1. September 2015, Guatemala City

Was für eine historische Nacht in Guatemala City!
What a Historic Night in Guatemala City!
Que Noche historica en Guatemala City!
أية ليلة تاريخية في غواتيملا سيتي

GuatemalaCity_2Sept1
1. September 2015, Guatemala City

„Egal, wo Du hingehst, passiert irgendwas Großes“, sagt die Freundin. Und immer hat sie Recht. Diesmal ist es in Guatemala City passiert. Am 1. September 2015 ist der Präsident von Guatemala vom Parlament gestürzt worden wegen Korruption, Narco Traffic und Mord. Dienstagabend sind die Leute auf die Straße gegangen, um zu feiern. Ich habe mit ihnen vor dem Republik Palast gefeiert. Was für eine historische emotionale Nacht!

“Wherever you go something great will happen.”, says the girlfriend. All the time she is right. This time it happened in Guatemala City. The President of Guatemala was thrown out by the Parliament on September 1st accusing him of corruption, narcotraffic and assignation. On the evening of this historic first September the people went on the street to celebrate. I shared with them the moments in the main Place front of the Republic Palace. What a historical emotional night!

Guatemala City on September 1st, 2015
Guatemala City on September 1st, 2015

“Igual a dondete vayes se succedia algo grande”, dijo la compañera. Siempre tiene razón. Está vec se ha succido en Guatemala City. El Presidente de Guatemala se ha caido por el parlamento en 1 September 2015 acusado de corruption y Trafico de droga y assino. La jente salió a la calle celebranod el asunto. Yo celebré con illos frente del Palacio de la republica. Que noche hostorica y emotional.

أينما ذهبت، يحدث حدث كبير، تقول الصديقة. دائماً هي على حق. هذه المرة حدث في غواتيمالا سيتي. رئيس غواتيملا سقط بعد تصويت البرلمان برفع الحصانة عنه وتقديمه للمحكمة بتهمة الفساد والرشوة وتجارة المخدرات والتقل. الناس خرجت للشارع مبتهجة في يوم الثلاثاء الماضي. أحتفلت معهم في الليل أمام القصر الجمهوري.

Marinero en tierra

El Salvador_1 Najem Wali ist im September auf literarischer Expedition durch Zentralamerika. Sergio Ramírez, Gioconda Belli, Francisco Goldman, Vanessa Nuñez Handal, Óscar Castillo Rojas, Fernando Contreras Castro und andere, haben angekündigt seinen Weg zu kreuzen.

Najem, der Marinero en tierra, meldet sich demnächst mit Erzählungen aus Guatemala, El Salvador, Honduras, Nicaragua, Costa Rica und Panama.