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„In arabischen Ländern bin ich so starken Frauen begegnet“

Najem Wali im Interview mit Renée Reif über seinen neuen Roman SARAS STUNDE, Saudi-Arabien, Stellvertreterkriege und das Märchen als Erzählform. Der Standard, 16. Juni 2018
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foto: cp-pictures

STANDARD: Sara ist von Geburt an etwas Besonderes. Doch will sie nur ein selbstbestimmtes Leben führen. Ist das in Saudi-Arabien bereits etwas Besonderes?

Wali: Es ist nicht meine Absicht, saudische Frauen zum Mord aufzurufen. Mein Wunsch ist, dass alle Frauen so stark sind wie Sara, ihren Willen durchzusetzen. Ich kenne solche starken Frauen. In Saudi-Arabien und in anderen arabischen Ländern bin ich ihnen begegnet. Auch wuchs ich selbst in einer Familie starker Frauen auf. Ich hatte 13 Tanten, und ich weiß, wie stark sie alle waren.

STANDARD: Was treibt Saras Onkel als Tugendwächter an? Sexuelle Frustration kann es bei seinen vielen Frauen doch nicht sein.

Wali: Es ist der Wunsch, mächtig zu sein. Männer wie Saras Onkel wuchsen in dieser rigid konservativen Gesellschaft auf. Sie haben den Wahhabismus verinnerlicht, und sie gewinnen Macht durch ihn. Darum wird Saras Onkel immer fanatischer. Der Wahhabismus ist nicht nur eine Auslegung des Koran, der eine bestimmte Lebensweise vorschreibt. Er bildet auch die Ideologie des saudischen Staates. Muhammad ibn Saud schloss Mitte des 18. Jahrhunderts ein Bündnis mit al-Wahhab. Er unterstützte die Verbreitung von dessen Lehre und erhielt im Gegenzug die religiöse Rechtfertigung für seine Expansionsbestrebungen. So konnte der einst kleine Stadtstaat die ganze Arabische Halbinsel unter seine Herrschaft bringen.

STANDARD: Hat dieses Bündnis heute noch diese Bedeutung?
Das ausführliche Interview lesen Sie HIER

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