Am Vorabend des iranisch-irakischen Krieges, im Spätsommer 1980, bricht der dreißigjährige Salih Sultan, Geschichtslehrer und Dichter, aus seiner Ehe mit einer ehemaligen kommunistischen Aktivistin aus und verlässt Bagdad, um einer Inhaftierung zu entgehen.  Er hofft, in Kumait, gelegen im südlichen Irak, ein neues Leben beginnen zu können.

Es sind die schönen Kindheitserinnerungen an seine Großmutter Matinrad, die dort immer noch lebt und ihren Lebensunterhalt als Abaya-Macherin verdient, die ihn leiten. Gleichwohl er nicht der Baath-Partei beigetreten ist, hat er ein Gelöbnis unterschrieben und die feste Absicht, sich auf dem Lande von allem Politischen fernzuhalten. Kumait jedoch ist kein idyllisches ländliches Refugium mehr, sondern ein Mini-Polizeistaat.

Als er sich in die neunzehnjährige Studentin Majda verliebt, deren Bruder Ra’d zu den Kommunisten übergelaufen ist, beginnt sein gefährlicher Weg als Gegenspieler des in Kumait tyrannisch herrschenden Isam Mahud, der Majda ebenfalls begehrt. Die junge Frau fühlt sich zu beiden Männern hingezogen: Zu Salih, weil er verletzlich, sensibel, gebildet und melancholisch ist. Zu Isam, weil er eine interessante Herausforderung für sie darstellt.

PRESSESTIMMEN

„Najem Walis „Ein Ort namens Kumait“ ist weit mehr als eine tragische Liebesgeschichte. Der Roman verbindet ein persönliches Schicksal mit einem präzisen Bild des Irak am Vorabend des iranisch-irakischen Krieges. Wali interessiert sich dabei weniger für den offenen, spektakulären Terror als für seine alltäglichen Formen. Er beschreibt Denunziation unter Nachbarn, Selbstzensur im Gespräch und die feinen Mechanismen eines Lebens unter ständiger Beobachtung. So entsteht das Bild einer Gesellschaft, in der Menschen lernen, in Andeutungen zu sprechen und Wesentliches zu verschweigen.“ Von

FAZ – Literatur von 3. Juli 2026
„Arabisches Skandalbuch: Sexuelle Selbstfindung einer vergangenen Epoche. Das Porträt eines Iraks, dem der Kolonialismus noch in den Knochen steckt: Najem Walis Roman „Ein Ort namens Kumait“ ist nach dreißig Jahren erstmals ins Deutsche übersetzt worden.“ Von Amira El Ahl
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